Ein Kommentar

Good Behavior

Eine große Überraschung ist für mich Michelle Dockery in der neuen Serie „Good Behavior“: Bekannt als Lady Mary aus „Downton Abbey“ spielt sie nun das komplette Gegenteil von der adligen, etwas steifen Britin. Die Protagonistin der Serie ist Letty, Trickbetrügerin und Diebin, die frisch aus dem Gefängnis entlassen, versucht ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen. Sie will das Sorgerecht für ihren zehnjährigen Sohn Jacob, der momentan bei der zunächst fies wirkenden Großmutter lebt, zurückerhalten. Dafür hat sie einen Job in einem Diner angenommen, wird aber vom Boss mies behandelt. Als sie sich gegen sexuelle Belästigung eines Kunden wehrt, feuert sie der Chef, was sie in Schwierigkeiten mit ihrem Bewährungshelfer bringt, weil eine feste Arbeitsstelle Teil ihrer Bewährungsauflagen ist.

Letty fällt gleich nach ihrem Rauswurf in alte Verhaltensmuster zurück, was Diebstahl und vor allem Alkohol und Drogen bedeutet. Dabei ist der Kontrast zwischen den Dingen, die Letty tut und den Selbstmotivationssprüchen, die sie nonstop von ihrem Smartphone abspielt, in ihrer Tragikomik nicht zu überbieten:

Man merkt, dass viel Mühe auf die Auswahl der Musik verwendet wurde. Außerdem gibt es herrliche Dialoge:

Letty zum Taxifahrer: „That’s a twenty.“

Taxifahrer: „Need change?“

Letty: „On a nine dollar fare? What does your heart tell you?“

Zwischendurch hat die Serie in der vierten Folge einen kleinen Durchhänger, weil Letty mit dem Ehemann ihrer Freundin Tiffany herumknutscht, dem sie dreißig Sekunden vorher noch erklärt hat, wie wichtig ihr die Freundin sei und sie weder betrunken ist, noch irgendwelche Drogen genommen hat. Ich halte das für ziemlich unplausibel, weil Kyle ihr einen Job in seiner Anwaltskanzlei verschafft hat und ihr auch mit dem Sorgerecht für ihren Sohn helfen wollte. Tiffany hatte sie ebenfalls unterstützt, deswegen ist mir das ein bisschen zu viel des Klischees.

Die Serie fängt sich aber in der nächsten Folge ziemlich schnell wieder. An der Seite von Michelle Dockery spielt Juan Diego Betto den Auftragskiller Javier, mit dem sie schließlich zusammenarbeitet. In Folge fünf chauffieren sie seine beiden Nichten zu deren Mutter. Letty punktet damit, dass sie behauptet, bei Instagram zu arbeiten und den kompletten Songtext von „Love Again“ (Run the Jewels) kennt:

Javier ist wenig begeistert, da das Lied hauptsächlich von Penissen und ähnlichem handelt, was für Teenager vielleicht nicht so geeignet ist. Die beiden Mädchen sind aber ziemlich aufgeweckt und lockern die gesamte Atmosphäre auf. Alles in allem hat „Good Behavior“ ein paar kleine Schwächen – die Sexszenen sind beispielsweise auch ein bisschen einfallslos, aber insgesamt fühle ich mich gut unterhalten.

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