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Adolf Loos über Tätowierungen

Der österreichische Architekt Adolf Loos wollte 1908 eigentlich nur sagen, dass man ohne Ornamente, möglichst nüchtern, bauen soll. Dabei herausgekommen ist dieser Rant:

[…] „Das kind ist amoralisch. Der papua ist es für uns auch. Der papua schlachtet seine feinde ab und verzehrt sie. Er ist kein verbrecher. Wenn aber der moderne mensch jemanden abschlachtet und verzehrt, so ist er ein verbrecher oder ein degenerierter. Der papua tätowiert seine haut, sein boot, seine ruder, kurz alles, was ihm erreichbar ist. Er ist kein verbrecher. Der moderne mensch, der sich tätowiert, ist ein verbrecher oder ein degenerierter. Es gibt gefängnisse, in denen achtzig prozent der häftlinge tätowierungen aufweisen. Die tätowierten, die nicht in haft sind, sind latente verbrecher oder degenerierte aristokraten. Wenn ein tätowierter in freiheit stirbt, so ist er eben einige jahre, bevor er einen mord verübt hat, gestorben.“¹

1) S. 276 – 277, aus: Glück, Franz (Hg.), Adolf Loos. Trotzdem (= Sämtliche Schriften, Band 2), Wien 1962.

 

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