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Der Novemberregen-Moment

Letztens hatte ich im Supermarkt einen Novemberregen-Moment: Ich stehe an der Kasse zwischen zwei anderen Kunden, die Waren habe ich bereits auf das Band geräumt.

Hintermann (blaffend): „Sind Sie fertig oder was?“
Ich (über den Ton amüsiert): „Ja!“
Vordermann (sehr wütend): „Was ist das denn für eine Frage? Total unfreundlich! Und die passt an der Stelle doch auch überhaupt nicht! So etwas fragt man doch höchstens beim Essen!“
Ich (weiterhin amüsiert): „Es bringt nichts, sich aufzuregen.“
Vordermann: „Wie groß sind Sie eigentlich?“
Ich: ???

 

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Gallery Weekend 2016

Wie ich es schon geahnt hatte, ist die Gruppenausstellung vom letzten Jahr schwer zu toppen. Gestern folgte ich dem Routenvorschlag der Zeit und habe einen Spaziergang durch Kreuzberg gemacht: Der erste Stop war die Duve Galerie  im Hinterhaus gar nicht so einfach zu finden  zumal es dort um 12.30 U20160430_130826hr noch ziemlich leer war.

Allerdings hat sich der „Vita Parcours“ von Jens Einhorn und Christopher Füllemann auf jeden Fall gelohnt.

Dann weiter zur ehemaligen katholischen Kirche St. Agnes, die von Werner Düttmann erbaut wurde. Heute berherbergt sie die König Galerie, der ich schon länger auf Instagram folge. Da sich das Gebäude hervorragend für Ausstellungen zeitgenössischer Kunst eignet, wurden alle meine Erwartungen erfüllt. Aber seht selbst:

Am Jüdischen Museum vorbei ging es dann zu meinem zweiten persönlichen Favoriten: Der Konrad Fischer Galerie, in der die britische Künstlerin Alice Channer ausgestellt wird. Die kleinen Steinchen der Arbeit „Burial“ waren ziemlich rutschig und der Galerist musste die Löcher, die wir in den „Sand“ traten, der aus schwarzem Polystyrol Regranulat besteht, gleich wieder stopfen. Erinnerte mich an die Nationalparks in Arizona/Utah, hat damit aber wohl gar nichts tun.

Ebenfalls bei I20160430_141211nstagram: carlier gebauer. Die beiden Inhaber haben wirklich viel aus den Räumlichkeiten gemacht. Die Galerie befindet sich nämlich in einem ziemlich häßlichen Betonquader, in dem auch Lidl und die Arbeitsagentur „Dependancen“ haben.

Mal schauen, ob ich heute noch mehr schaffe, ich bin gerade etwas unschlüssig, da morgen ja schon die re:publica anfängt und es wieder viel zu laufen geben wird.

 

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Gallery Weekend 2015

Bevor das Gallery Weekend 2016 heute Abend in Berlin offiziell beginnt, ein kurzer Rückblick auf letztes Jahr: Immer noch leicht erkältet, hatte ich mir lediglich eine Schau herausgesucht und fuhr am Sonntag nach Weißensee, wo der Maler Jonas Burgert auf dem Areal einer ehemaligen Halbleiterfabrik die Gruppenausstellung „Ngorongoro“ (der Name, den ich mir partout nicht merken, aber immer wiedererkennen kann) organisiert hatte.

Die Kunstwerke wurden dort im unsterilen Charme des alten Industriegebäudes inklusive Pool präsentiert, in dem Kinder plantschten und an dessen Rand sich Erwachsene ausruhten. Die Atmosphäre des Geländes hatte etwas von Los Angeles – eine der Städte, die mich schon seit Jahrzehnten faszinieren. Ob man so einen außergewöhnlichen Ort toppen kann, ist fraglich, aber ich bin schon sehr gespannt, was es dieses Jahr zu sehen gibt.

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Female Revenge Movies

Da wir gerade so nett über Filme plaudern: Ich bin letztens über „The 20 Best Female Revenge Movies of All Time“ gestolpert und habe gleich zwei meiner Lieblingsfilme darin entdeckt  als Ersten „Carrie“ von Brian De Palma aus dem Jahr 1976. Wobei Lieblingsfilm es nicht ganz trifft, weil mich allein die Abschlussballszene ziemlich verstört zurücklässt; er ist einfach richtig gut gemacht.

Und ich will ganz sicher kein 2013er Remake sehen, weil niemand jemals an Sissy Spaceks schauspielerische Leistung heranreichen wird (in der im vorletzten Beitrag erwähnten Serie „Bloodline“ spielt Spacek übrigens die Mutter der Hotelfamilie, ebenso überzeugend, man muss sie also nicht auf die „extravaganteren“ Rollen festlegen).

Ich sag’s gleich: mit „Kill Bill“ kann ich überhaupt nichts anfangen, der Film hat mir zu wenig Handlung. Gut, mein zweiter Lieblingsfilm aus der Liste ist Quentin Tarantinos „Death Proof“, dessen Drehbuch ebenfalls nicht das längste sein dürfte, das machen aber die tollen Frauencharaktere und der Soundtrack wett. Ich glaube, in dem Film kommt einer der besten Lap Dances aller Zeiten vor. Er ist allein schon aus dem Grund gut, weil ich nicht gedacht hätte, dass so etwas mit Flip Flops überhaupt möglich ist.

„Chick Habit“ von April March ist ebenfalls ein absoluter Ohrwurm als der Song letztens in der portugiesischen Bäckerei „Bekarei“ lief, habe ich mir gleich zwei Galões hintereinander bestellt. Vielleicht sollten andere Cafés auch mal ihre Musikauswahl überdenken.

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The Lobster

Bei den Fantasy Filmfest Nights habe ich mir letzten Samstag „The Lobster“ angesehen eine skurrile Geschichte um Singles, die nach dem Ende ihrer Beziehung 45 Tage Zeit haben, einen neuen Partner zu finden. Gelingt ihnen das nicht, werden sie in ein Tier ihrer Wahl verwandelt. Der Protagonist, ein mopsiger Colin Farrell, sucht sich einen Hummer aus, da die lange und im Meer leben würden und auch bis zum Ende noch paarungsfähig wären.

Besonders gefreut hat mich, Olivia Comwel nach „Broadchurch“ und „Night Manager“ in einer weiteren Rolle (auch singend!) zu sehen. Apropos Singen: Die Filmmusik wurde ebenfalls gut ausgewählt, zum Beispiel ist Nick Cave eingebaut und das, was ich zunächst als portugiesische Gitarren identifizierte, sind wohl venezolanische, da es sich um ein Stück des Komponisten Antonio Lauro handelt. Wieder was gelernt.

Vom trockenen Humor schloss ich auf einen Briten als Drehbuchschreiber, aber nein, Regisseur Yorgos Lanthimos hat es zusammen mit Efthymis Filippou geschrieben, der schon für frühere Filme verantwortlich ist. „The Lobster“ wird leider nicht in die deutschen Kinos kommen, aber ihr habt bei den Fantasy Filmfest Nights am kommenden Wochenende in Frankfurt und Hamburg Gelegenheit, den Film zu sehen.

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Serienfutter

Anhand der Liste mit den besten Serien 2015  des Guardian.co.uk möchte ich ein paar Serien kommentieren. Da ich Nummer 1 und 2 nicht gesehen habe, springe ich gleich zu den drittplatzierten Mad Men: Für mich eine der besten Serien aller Zeiten, die dazu noch ein richtig gutes Ende hinbekommen hat – woran viele Serien scheitern, die bestenfalls einen konservativen Schluss bieten. Das war zum Beispiel bei Downton Abbey der Fall – er bot nun wirklich nicht die kleinste Überraschung, führte aber auch nicht zu Empörungswellen; ich als Fan der Serie war zufrieden.

London Spy findet man auf Platz 5 wieder, was für mich überraschend hoch gegriffen ist: Zwar ist die Serie um einen Homosexuellen, der sich in einen ziemlich rätselhaften Mann verliebt, interessant, aber das Ende ist ziemlich langweilig geraten und kommt deshalb nicht unter meine Top Ten.

Von Master of None habe ich mir die erste Folge angesehen, ganz lustig, spielt mit rassistischen Stereotypen – nett, aber mehr auch nicht.

Mr. Robot fand ich eingangs ganz gut, leider wird es im weiteren Verlauf etwas konfus (Achtung Spoiler!): Der ältere Hacker stellt sich als toter Vater des Protagonisten heraus und seine Flamme ist eigentlich seine Schwester, die er nicht erkennt. Hä? Ich mag so etwas konfus-surreales überhaupt nicht und habe die Serie an der Stelle für mich beendet.

Better Call Saul gehört definitiv unter die zehn besten Serien – well done, Guardian! Sie erzählt die Vorgeschichte des etwas schmierigen und anscheinend skrupellosen Anwalts aus „Breaking Bad“, der trotz der beschriebenen negativen Charaktereigenschaften alle Sympathien auf seiner Seite hat. Der Zuschauer fiebert mit, wie er als Underdog das Stigma des ewigen Losers bekämpft und immer wieder scheitert. Im Verlauf der neuen Serie wird klar, dass er ein ziemlich brillanter Anwalt sein muss, sich aber zum Unkonventionellen hingezogen fühlt. Die zweite Staffel läuft übrigens seit 15. Februar.

Dann kommen wir zu einem meiner persönlichen Favoriten: Die britische Serie River mit Nicola Walker, eine meiner Lieblingsschauspielerinnen. Sie kennt man man beispielsweise aus der Krimiserie „Luther“, aber auch aus „Last Tango in Halifax“, in der es um zwei alte Schulfreunde geht, die sich im Seniorenalter durch Facebook wiederfinden und sich erneut verlieben. Klingt vielleicht etwas lahm, die Briten können so etwas aber gut inszenieren. Ansonsten hatte sie eine kleine Rolle bei „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ – sie ist die Sängerin in dieser großartigen Szene: https://youtu.be/A1eFvgQ2FFM

Aber zurück zu River: Die eigentlich Hauptrolle spielt Stellan Skarsgård und der Clou der Serie offenbart sich schon am Anfang der ersten Folge – daher sei hier nichts verraten! Für Krimifans genauso ein Muss wie Unforgotten, ebenfalls mit Nicola Walker. Darin geht es um einen alten Fall, der noch einmal aufgerollt wird; langsam wird aufgedröselt, ob es nun ein rassistisch motivierter Mord oder ein Beziehungsdrama war. Im Gegensatz zur Mehrheit der Kritiker würde ich diese Serie sogar vor River platzieren, weil ich das Drehbuch einen Tick spannender fand.

Auf der nächsten Position ist die zweite Staffel von Fargo vertreten. Und ja, die war wirklich nicht schlecht, allein Kirsten Dunst spielt in ihrer eigenen Liga – sie hätte dafür definitiv den Golden Globe verdient gehabt. Einen Extrapunkt gibt es außerdem für die fiesen 70er-Jahre-Klamotten und die Einrichtung. Bei allem Hurra-Geschrei muss ich dennoch hinzufügen, dass die zweite Staffel meiner Meinung nach bei weitem nicht an die erste hinanreicht, was Spannung betrifft. Ich verstehe nicht, warum so viele so extrem begeistert waren.

Jetzt muss ich einige Plätze springen, weil ich Science Fiction grundsätzlich nicht so gern mag und komme zu Transparent. Es geht um Mort, einen geschiedenen Professor mit erwachsenen Kindern, der transsexuell ist und nun endlich sein Leben als Maura weiterführen möchte. Jeffrey Tambor, der in zahlreichen Serien (z. B. spielt er auch einen Richter in „The Good Wife“) und Filmen mitgewirkt hat, spielt diese Figur ausgezeichnet. Die Serie ist also gut, aber da es so viele gibt, würde sie aber nicht unbedingt auf meiner Bestenliste stehen.

Ich bin ein very late adopter von The Good Wife – im Dezember habe ich angefangen, nichts anderes als alle 7 (!) Staffeln bis Februar anzusehen. Julianna Margulies spielt diese Rolle nicht, sie ist Alicia Florrick, Anwältin und betrogene Ehefrau eines Politikers. Generell sind hier einige Figuren ziemlich interessant – sei es die Schwiegermutter, die Kanzleichefin, die Ermittlerin Kalinda oder der Kampagnenleiter Eli. Der Guardian lobt hier noch die Bezüge, die die Serie zur Realität macht und erwähnt das geheim gehaltene Polizeirevier „Homan Square“ in Chicago, dessen Existenz der Guardian aufgedeckt hat.

Von Rectify habe ich einige Folgen gesehen und musste dann aufhören, weil sie zu gut umgesetzt ist. Wie das sein kann? Es geht um einen wegen Mordes zu unrecht (?) Verurteilten, der als Teenager ins Gefängnis kommt, zwanzig Jahre auf die Vollstreckung der Todesstrafe wartet und dann wegen neuer DNA-Analysen aus dem Gefängnis kommt. Man könnte meinen, die Geschichte sei hier zu Ende und der Protagonist Daniel müsste glücklich sein. Aber er hat Probleme mit dem Leben in Freiheit, vor allem aber auch die anderen Menschen mit ihm. Er weiß jedoch nicht einmal selbst, was genau passiert ist und diese Tatsache macht ihm zu schaffen. Zudem hat seine Schwester den Sinn ihres Lebens verloren, da sie immer dafür gekämpft hat, ihren Bruder frei zu bekommen. Mein Problem mit der Serie ist die großartige schauspielerische Leistung und die sehr gelungene deprimierende Atmosphäre, die ich nicht mehr ausgehalten habe. Es kann also auch passieren, dass etwas zu gut eingefangen ist.

Game of Thrones wird bei mir niemals auf irgendeiner Bestenliste erscheinen. Dazu müsste ich aber einen eigenen Post verfassen.

Silicon Valley war nett, lustig, kann man sich definitiv ansehen. Wie der Titel schon andeutet, geht es um junge Programmierer. Ob das in eine Bestenliste muss – da habe ich so meine Zweifel.

Endlich schreibt mal jemand über Bloodline! Diese Serie würde ich allerdings viel besser bewerten. Sie spielt in den Florida Keys und handelt von einer Familie, die ein Hotel besitzt und dem Loser-Sohn, der heimkehrt, alle Zuschauer-Sympathien hat und dann doch verkackt. Inklusive Kriminalfall. Fand ich so gelungen, dass ich die Florida Keys mit in meine Liste der zu besuchenden Orte aufgenommen habe.

The Americans kennen mittlerweile wahrscheinlich schon einige: Zwei russische Agenten in den USA der Achtziger Jahre spionieren, was die damalige Technik so hergibt. Es ist wunderbar, die altbackene Geräte, die die Agenten damals benutzt haben, anzusehen und zu realisieren, wie mühevoll das noch war und wie leicht es heute ist. Allerdings habe ich das Gefühl, dass der Serie in der dritten Staffel so langsam die Puste ausgeht. Achtung wieder Spoiler: Die Wendung, die eigene Tochter ebenfalls als Spionin zu rekrutieren, ist dann aber schlau, wenn auch grausam.

 

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Warum man mit mir nicht verreisen sollte

Erst hatte ich die Idee, nach Görlitz zu reisen. Aber wenn man schon Geld ausgibt, dorthin zu reisen, weil die Altstadt als größtes zusammenhängendes deutsches Flächendenkmal bezeichnet wird, muss man natürlich auch gucken, was auf dem Weg liegt, um die Bahnkarte optimal auszunutzen. Da wäre Cottbus: Prompt stolpere ich über das Dieselkraftwerk, einem Kunstmuseum in einem ehemaligen Kraftwerk  dort will ich hin!

Oh, und man kommt an der Slawenburg Raddusch vorbei – da war ich zwar schon mal, es ist aber schon länger her…

Und wir fahren ja über Lübbenau (Spreewald) – den habe ich noch nie besucht, dort müssen wir also unbedingt aussteigen!

Ach, jetzt habe ich aber auch noch gesehen: Das Besucherbergwerk F60 mit seiner spektakulär aussehenden Brücke ist ja auch in Brandenburg! Das kann man sich doch nicht entgehen lassen, wenn man ein Brandenburg-Ticket kauft. Allerdings muss man von Doberlug-Kirchhain einen Bummelzug nehmen, der Zeit und extra Geld kostet.

Und eigentlich müsste man auch gleich noch zur Brikettfabrik Louise fahren, das hört sich doch toll an! Aber man muss wiederum von Doberlug-Kirchhain irgendeinen Bus nehmen…ich glaube das schafft man alles gar nicht an einem Tag.

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